Wie man Sprachlernen verhindert

Zwanzig Vorschläge, wie man Sprachenlernen verhindert, S. 45

  1. Machen Sie einen sys­te­ma­ti­schen Grammatikkurs.
  2. Dif­fe­ren­zie­ren Sie in Ihrem Kurs nach Leistung.
  3. Sor­gen Sie dafür, dass nur Kin­der der glei­chen Mut­ter­spra­che mit­ein­an­der spielen.
  4. Set­zen Sie vie­le Arbeits­blät­ter ein!
  5. Spie­len Sie nicht zu oft, Spie­le haben nichts mit Unter­richt zu tun.
  6. Brin­gen Sie dem Kind die Furcht vor dem Feh­ler­ma­chen bei.
  7. Ach­ten Sie weni­ger auf den Inhalt als auf die Form des Gesagten.
  8. Machen Sie dem Kind stän­dig klar, dass es Feh­ler macht. Run­zeln Sie die Stirn, ver­zie­hen Sie Ihr Gesicht und ver­bes­sern Sie jeden Fehler.
  9. For­dern Sie die ande­ren Kin­der auf, das Kind immer zu ver­bes­sern, wenn es einen Feh­ler macht.
  10. Las­sen Sie feh­ler­haf­te Sät­ze so lan­ge wie­der­ho­len, bis das Kind kei­nen Feh­ler mehr macht.
  11. Ver­mei­den Sie, dass dem Kind zu viel Spra­che begegnet.
  12. Lesen Sie kei­ne Bil­der­bü­cher vor, in denen vie­le unbe­kann­te Wör­ter vorkommen.
  13. Reden Sie mit dem Kind nicht natür­lich, son­dern in ein­fachs­ter, redu­zier­ter Sprache.
  14. Ver­bie­ten Sie dem Kind die Muttersprache.
  15. Las­sen Sie das Kind vom ers­ten Tag an im Stuhl­kreis reden, auch wenn es das nicht so gern will.
  16. Machen Sie vie­le sol­cher Übun­gen: Las­sen Sie beschrei­ben, was das Kind sieht,
    z.B. Der Stift ist rot. Auf dem Bild ist eine Kuh.
    Auch das Nach­spre­chen von Sät­zen ist beson­ders sinn­voll. Es soll­te Sie nicht stö­ren, dass das wenig span­nend ist.
  17. Reden Sie im Kurs viel und las­sen Sie die Schü­ler weni­ger spre­chen. Sie sind das gute Sprach­vor­bild und nur, was Sie sagen, lernt das Kind wirklich.
  18. Las­sen Sie die Kin­der unter­ein­an­der nicht unbe­auf­sich­tigt spre­chen, denn im Gespräch mit ande­ren Kin­dern lernt das Kind nur vie­le Fehler.
  19. Las­sen Sie das Kind die Spra­che nicht ein­fach aus­pro­bie­ren, denn dabei tre­ten Feh­ler auf.
  20. Sei­en Sie spar­sam mit Lob. Das Kind braucht von sei­nen Fort­schrit­ten nichts zu wissen.

aus; Höl­scher, Petra: Wie man Spra­chen­ler­nen ver­hin­dert in: Hand­buch zu „Unser klei­ner Wört­er­la­den“, S. 7, Finkenverlag